Am 06.06.2011 um 19.30 Uhr traf sich der RCDS TU München gemeinsam mit Bürgern von Garching, Studenten der TU München, die hauptsächlich auf dem Campus Garching studieren und Vertretern der CSU Garching in der Campuskneipe zu einem gemeinsamen Dialog. Die Frage stellte sich danach, wie das Zusammenleben von Studenten und Bürgern der Stadt Garching besser und gemeinschaftlicher gestaltet werden kann und der Campus zu einer Art "Heimatcampus" entwickelt werden kann, sodass er nicht mehr nur als Durchlaufstation der Studenten fungiert.
Für Studenten sei der Standort Garching nicht attraktiv, beklagten einige Bürger. Täglich seien Tausende Studenten auf dem Technikcampus zugange, in die Stadt selbst kämen sie allerdings nicht. Manche Studenten wüssten wahrscheinlich nicht einmal, dass Garching überhaupt so eine schöne und attraktive Altstadt hat und durchaus gemütliche Atmosphäre verbreiten kann. Auch die kleinen Läden und Geschäfte können so nicht von den potentiellen Käufern profitieren, letztens erst hat ein mexikanisches Restaurant schließen müssen.
Als Problem, entgegegneten vertretene Studenten, empfänden sie den Fahrzeitenplan der MVV. Wenn U-Bahnen nur im 20min-Takt in die Innenstadt verkehrten, sei das schlichtweg nicht attraktiv. Da Garching selbst auch keine Ausgehmöglichkeiten für Studenten biete, wohnten viele erst gar nicht "da draußen", sondern blieben lieber in der lebendigen Innenstadt und nähmen dann die lange Fahrtzeit in Kauf. Auch empfänden die Studenten manche Anwohner als "studentenfeindlich", Wohnheime seien dort schlicht unbeliebt, des Öfteren wurde wohl auch schon die Polizei gerufen. Das sei aber nur Seltenheit, versichterten sie, hinterlasse aber trotzdem ein unangenehmes Gefühl.
Da es auch zu wenig Studentenheime gäbe, könnten schlichtweg nicht alle Studenten in Garching wohnen. Daher sei man quasi ja gezwungen, in der Innenstadt zu leben, wo dementsprechend auch das eigene Leben statt fände. Dies nehme der Stadt Garching in der Konsequenz natürlich an Lebendigkeit weg.
Am Ende verständigte man sich darauf, dass sich die Bürgermeisterin der CSU, Frau Hannelore Gabor, für ein besseres Verständnis zwischen Campus und Bürger der Stadt einsetzen wird. Zum Beispiel könnte man in Zukunft mit Infoflyern die Studenten auf das umfassende Angebot des hiesigen Sportvereins aufmerksam machen. Ein Sportangebot sei durchaus auch in Garching selbst vorhanden, so die Bürgermeisterin, dafür müsse man nicht unbedingt ins Olympiazentrum zum ZHS. In der schnelleren Taktung bei der U-Bahn sieht sie allerdings wenig Hoffnung. Gespräche mit der MVV hätten bereits ergeben, dass diese die Mehrkosten eines 10min-Takts nicht tragen können oder wollen. "Studenten bringen junges Leben nach Garching und das wollen und brauchen wir!", betonte Frau Gabor.